RODENTIZIDE MIT ANTIKOAGULANTER WIRKUNG

1. GENERATION

Warfarin (D)
Clorofacinon (I)
Cumatetralil (D)
Difacinon (I)
Cumaclor (D)

2. GENERATION

Difenacoum (D)
Bromadiolon (D)
Flocumafen (I)

3. GENERATION

Brodifacoum (D)
Difetialon (T)

LEGENDA

D = Dicumarol-Derivat
I = Indandionderivat
T = Derivat von Tiocumarol

ANTIKOAGULANTEN-RODENTIZIDE - Handelsprodukte

Esche
Typischerweise auf Getreidebasis, je nach Nagetier und Ort der Bekämpfung unterschiedlich zubereitet.
Konzentrationen von 25 ppm (Difetialon) bis 250 ppm (Warfarin)

Konzentrieren
Zur Zubereitung von Ködern. Frei verkäuflich: Chlorphacinon 2,5 g/l Warfarin 10 g/l

ANTIKOAGULANTIEN - KINETIK

1- Langsame, aber hohe orale Absorption
2- Lange Verweildauer im Blut, hohe Bindung an Albumin 98-99%, Plasmahalbwertszeit: Warfarin: 14,5 Stunden (Hund), Brodifacoum: 140 Stunden (Hund)
3- Langsamer oxidativer Metabolismus (Cytochrom P450)
4- An enterohepatischen Kreislauf
5- Hohe Affinität zu hepatischen Rezeptoren (II-III Gen.)
6- Lange Verweildauer in der Leber (II-III Gen.) Chlorfacinon » 30 Tage Difenacoum » 100 Tage Brodifacoum » 180 Tage
7- Langsame renale Ausscheidung unveränderter Verbindungen und Metaboliten

FOLGEN

• Progressive Reduktion der Vit. K-Konzentration in der Leber (Vorräte für ca. 24 Stunden)
• Progressive Reduktion der aktivierten PPSB-Faktoren (II, VII, IX und X)

Schwere Blutungen schon bei kleinen Traumata, die sich ereignen, oder nach wiederholter Exposition oder nach 2-3 Tagen nach einmaliger Einnahme von Produkten der zweiten und dritten Generation

Sekundärvergiftung

Die Möglichkeit einer Sekundärvergiftung ist auch für Wildtiere ziemlich hoch

Symptomatologie

Klinische Manifestationen: 2 – 10 Tage nach der Einnahme

GELÄNDEFORM
Plötzlicher Tod durch Hirnblutungen, Herzbeutelblutungen, Zwerchfellblutungen, Bauchfellblutungen

SUBKUTAN-CHRONISCHE FORM
Anorexie, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, blasse Schleimhäute, Unterkühlung, Anämie, Bewegungsstörungen (Hämatom, Haut- und intramuskuläre Blutungen), Nasenbluten, Bluterbrechen, Teerstuhl, Blut im Urin, Blutungen verschiedener Lokalisation

Tod oder Rückbildung der Symptomatik innerhalb von 1 – 10 Tagen

LOKALISIERUNG VON BLUTUNGEN

Hund und Katze
Subkutanes Gewebe (besonders bei fetten Tieren), Lunge, Thymus, Mediastinum (Hämatothorax, Epistaxis, Husten), perirenales Gewebe (Hämatoperitoneum), Blase

Schwein
Unterhautgewebe und Gelenke

Vögel
Unterhautgewebe, Zwischenrippenmuskeln, Eierstöcke

Leprechaun
Unterhautgewebe, Gliedmaßenmuskeln, Darm, Lunge

BEHANDLUNG

Tiere ohne Symptome
Erbrechen herbeiführen: Apomorphin (Hund 0,05 – 1 mg/kg s.c. oder i.m.)
Pflanzenkohle Vitamin K oral

Tier mit hämorrhagischem Syndrom
Unterstützende Therapie: Flüssigkeitszufuhr, Sauerstofftherapie, kardiiorespiratorische Stimulanzien
Antidottherapie: Vitamin K1 (Phytonadion) (Vitamin K3 inaktiv) Stoßdosis: 2-5 mg/kg i.v. (bei Bedarf 2-3 Mal alle 12 Stunden wiederholen) s.c. und i.m. Wege kontraindiziert – rektaler Weg möglich Erhaltungsdosis: 2-5 mg/kg p.o. täglich für 21 Tage wenn das Produkt nicht bekannt ist, 7 Tage Warfarin, 14 Tage Produkte der ersten Generation, 21 Tage Produkte der zweiten Generation, >28 Tage Produkte der dritten Generation
Bluttransfusion – PPSB (teuer und schwer zu finden)

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